Bayern ist der Zahlmeister Deutschlands


Fast 10 Milliarden! Der Freistaat Bayern zahlt alleine

mehr als die Hälfte des Länderfinanzausgleichs

 

München. Im Jahr 2024 wurden im Rahmen des Länderfinanzausgleichs etwa 18,65 Milliarden Euro in Deutschland umverteilt. Der Freistaat Bayern war erneut der größte Beitragszahler und trug mit rund 9,77 Milliarden Euro 52 Prozent des Gesamtbetrags, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von sieben Prozent bedeutet.

Über zwei Drittel der Mittel, nämlich 13,92 Milliarden Euro, flossen in die ostdeutschen Bundesländer. Diese Informationen stammen aus einem Dokument des Bundesfinanz-ministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

 

Söder prangert Finanzausgleich an. 

Wiederholt schimpft vor allem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder über den Länderfinanzausgleich. „Die offiziellen Zahlen des Bundesfinanzministeriums bestätigten unsere Befürchtungen“, erklärte dazu Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU). Bayern müsse 2024 erneut eine Rekordlast tragen und steuere mehr als die Hälfte des gesamten Ausgleichsvolumens zur Solidargemeinschaft der Bundesländer bei. Dies geschehe „zulasten unserer eigenen Finanzkraft und damit der Bürgerinnen und Bürger in Bayern“. Die Daten seien ein weiterer Beweis dafür, dass der Finanzkraftausgleich, offiziell als Länderfinanzausgleich bekannt, „völlig aus dem Ruder gelaufen ist und eine grundsätzliche Überarbeitung nötig ist“.

 

Der Freistaat zahlt tatsächlich noch viel mehr als ’nur‘ den Länderfinanzausgleich.  Der gesamte Umverteilungstopf unter den Ländern sowie zwischen Bund und Ländern ist allerdings weit größer. Zunächst werden die Steuereinnahmen verteilt. In der ersten Stufe bekommen dann die „armen“ Länder etwas aus dem Topf mit den Umsatzsteuereinnahmen. Maximal ein Viertel des Umsatzsteueraufkommens wird den wirtschaftlich starken Ländern wieder weggenommen und ebenfalls an die ärmeren Länder verteilt.